Wie viel Marge ist bei Spirituosen im Catering realistisch?
Spirituosen gehören zu den gewinnbringendsten Posten im Cateringangebot. Bei Lebensmitteln drücken Einkaufskosten, Zubereitungszeit und Schwund auf die Marge. Bei Spirituosen sieht das ganz anders aus: geringe Einkaufskosten, lange Haltbarkeit und Gäste, die gerne für Komfort und Atmosphäre zahlen. Wer seinen Einkauf gut organisiert, kann bei Spirituosen einen Aufschlag von 200 bis 400% erzielen. In diesem Beitrag erklären wir, wie du diese Marge umsetzt, von der Einkaufsstrategie bis zum Verkaufspreis und den Fallen, die du vermeiden solltest.
Warum die Marge bei Getränken so wichtig ist
Ein Cateringevent besteht aus mehreren Kostenblöcken: Essen, Personal, Logistik, Getränke. Von all diesen Bereichen haben Getränke in der Regel die beste Marge. Foodkosten für ein serviertes Dinner können schnell 30 bis 40% des Verkaufspreises ausmachen. Eine Flasche Gin, die du für 12 Euro einkaufst und zum effektiven Flaschenpreis von 35 Euro verkaufst, hat einen Einkostenanteil von unter 35%. Dieser Unterschied macht Getränke zu einem echten Gewinntreiber.
Getränke sind auch ein Bereich, den Gäste kaum aktiv vergleichen. Sie zahlen für Atmosphäre, Bequemlichkeit und Präsentation, nicht nur für die Flüssigkeit im Glas. Das gibt dir als Caterer Spielraum für einen gesunden Aufschlag, ohne dass sich Kunden übervorteilt fühlen.
Welche Marge ist bei Spirituosen realistisch
Die typischen Aufschläge bei Spirituosen variieren je nach Veranstaltungstyp und Positionierung:
- Firmenevents: ein Aufschlag von 3 bis 3,5 Mal dem Einkaufspreis ist üblich. Kunden erwarten qualitativ hochwertige Getränke, vergleichen aber selten aktiv.
- Hochzeiten und Privatdinner: das 4- bis 5-fache des Einkaufspreises ist realistisch, wenn du ein kuratiertes Cocktailmenü oder Premium-Spirituosen anbietest.
- Festivals und große Outdoor-Events: die Kaufbereitschaft ist hoch, aber die Mengen sind größer und wetterbedingte Verluste sind ein echtes Risiko. Bleibe bei dem 3- bis 4-fachen und steuere über das Volumen.
In der Gastronomiepraxis ist ein Aufschlag von 200 bis 400% bei Spirituosen der Standard. Unter 200% ist für einen Cateringkontext eigentlich zu wenig, da du neben dem Getränk auch Gläser, Eis, Garnituren und Service kalkulieren musst.
Welche Faktoren bestimmen deinen Einkaufspreis
Der Einkaufspreis von Spirituosen hängt von mehreren Faktoren ab, die du teilweise selbst beeinflussen kannst:
- Volumen: größere Bestellungen pro Einkauf bedeuten niedrigere Kosten pro Flasche. Wenn du fünf Events pro Monat betreust, kannst du Mengenrabatte verhandeln.
- Lieferant: Großhändler bieten andere Konditionen als Getränkemärkte oder Importeure. Vergleiche immer mindestens drei Lieferanten.
- Marke und Qualitätsstufe: Eigenmarken oder weniger bekannte Marken bieten bessere Margen, beeinflussen aber das Kundenerlebnis. Passe das an deine Zielgruppe an.
- Saisonalität: die Einkaufspreise steigen rund um die Feiertage. Wer Rum und warme Spirituosen im Frühjahr einkauft, spart manchmal 10 bis 15%.
Einkaufsstrategien mit den besten Ergebnissen
Ein paar Ansätze liefern konsistent bessere Einkaufsmargen:
- Fester Lieferant mit Jahresvertrag: als Stammkunde kannst du Rabatte aushandeln, die Gelegenheitskäufer nicht bekommen.
- Saisonaler Vorratseinkauf: kaufe Rum und Warmgetränke im Frühjahr oder in der ruhigen Sommersaison ein, nicht kurz vor einem Event.
- Markenvergleich: teste alternative Marken in einem Blindtest mit Stammkunden. Eine günstigere Gin-Marke kann genauso gut abschneiden wie deine bisherige, was dir eine Margeverbesserung ohne Kundenverlust bringt.
- Schlankes Bestandsmanagement: zu viel Lagerbestand bestimmter Marken bindet Kapital und erzeugt Überhangbestände. Halte lieber ein begrenztes, qualitatives Sortiment.
Wie du den richtigen Verkaufspreis berechnest
Eine einfache Formel zur Preisgestaltung pro Getränk:
- Berechne deine Kosten pro Portion (z.B. 4 cl aus einer 70-cl-Flasche à 12 Euro = ca. 0,69 Euro pro Portion)
- Multipliziere mit deinem Zielfaktor (× 4 = 2,76 Euro netto)
- Füge die entsprechende Mehrwertsteuer hinzu
- Runde auf einen runden Betrag (3,50 oder 4,00 Euro) passend zu deiner Positionierung
Vergiss nicht, die Overheadkosten für den Getränkeservice einzukalkulieren: Gläser, Eis, Garnituren, Barservice. Gute Getränke verdienen guten Service, und dieser Service kostet Zeit und Material.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für das Ausschenken von Spirituosen bei Events eine spezielle Genehmigung?
In Deutschland benötigst du für das gewerbliche Ausschenken von Alkohol eine Gaststättenerlaubnis. Wenn die Eventlocation bereits über eine solche verfügt, fällst du unter diese Erlaubnis. Für Veranstaltungen an nicht zugelassenen Orten muss der Veranstalter oder du selbst eine vorübergehende Erlaubnis (Gestattung) beantragen. Kläre das für jede Buchung im Voraus.
Was ist eine gute Faustregel für die Marge bei Cocktails?
Bei Cocktails strebst du idealerweise Zutatenkosten von etwa 20 bis 25% des Verkaufspreises an, also das 4- bis 5-fache der Zutatenkosten. Cocktails haben auch Zubereitungskosten, die im Preis pro Drink berücksichtigt werden sollten, nicht nur im Stundensatz für den Service.
Wie gehe ich mit verbliebenen Vorräten nach einem Event um?
Lege im Angebot fest, was mit nicht verbrauchten Flaschen passiert: nimmst du sie zurück oder lässt du sie beim Kunden. Zurückgenommene Bestände kannst du beim nächsten Event verwenden. Wenn du Bestände als Geste zurücklässt, kalkuliere das in deine Marge ein, denn es ist nicht kostenlos. Halte das schriftlich fest.
Sollte ich bei jedem Eventtyp Premium-Spirituosen anbieten?
Nicht unbedingt. Premium-Spirituosen haben hohe Einkaufspreise, die sich nicht immer amortisieren lassen. Passe dein Angebot an den Event an: für ein Geschäftsessen sind solide, bekannte Marken völlig ausreichend; für eine Hochzeit oder ein VIP-Dinner können Premium-Spirituosen ein starkes Verkaufsargument sein.
Wie zeige ich Getränkemargen in einem Angebot klar aus?
Führe die Getränkekosten in jedem Angebot separat von den Foodkosten auf. Das gibt dem Kunden eine klare Übersicht und dir eine Margensicht pro Kategorie. Gib an, ob der Preis Servicepersonal und Glasware enthält oder ob diese separat berechnet werden.
Mit Catermonkey behältst du deine Getränkemargen neben den gesamten Food- und Servicekosten im Blick.
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