Wie hoch ist die Gewinnmarge eines Foodtrucks?
Ein Foodtruck zahlt keine Miete, dafür aber Kraftstoff, Standplatzgebühren und Wartung am Fahrzeug selbst. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine gesunde Gewinnmarge für einen Foodtruck ist, welche Kosten sie bestimmen und wie Sie sie selbst berechnen.
Was ist eine gesunde Gewinnmarge für einen Foodtruck?
Eine gesunde Nettomarge für einen Foodtruck liegt meist zwischen 6 % und 12 %, etwas höher als bei einem Restaurant. Das liegt vor allem daran, dass Sie keine Miete und kein Gastronomieobjekt instand halten müssen, während Kraftstoff, Standplatzgebühren und Fahrzeugwartung das nur teilweise ausgleichen. Ein Foodtruck, der pro Woche an mehreren guten Standorten steht, erreicht oft die obere Grenze dieser Spanne. Ein Truck, der zwischen Buchungen viel stillsteht, rutscht eher Richtung 6 %.
Welche Kosten bestimmen die Gewinnmarge Ihres Foodtrucks?
Die Wareneinsatzkosten liegen üblicherweise bei 28-33 % des Umsatzes, vergleichbar mit einem Restaurant. Die Personalkosten sind niedriger, meist 20-25 %, da Sie mit einem kleineren Team arbeiten und keine Tischbedienung benötigen. Dem stehen Kostenposten gegenüber, die ein Restaurant nicht kennt: Kraftstoff und Generator (3-6 %), Standplatz- oder Veranstaltungsgebühren (2-5 %, je nachdem, ob Sie feste Standplätze oder Festivals bedienen), sowie Wartung und Abschreibung des Fahrzeugs selbst (5-8 %). Versicherung und Genehmigungen kommen meist noch mit ein paar Prozent obendrauf.
Wie berechnen Sie die Gewinnmarge Ihres Foodtrucks?
Die Formel ist dieselbe wie für jedes andere Cateringunternehmen: (Umsatz − Gesamtkosten) ÷ Umsatz × 100 = Nettogewinnmarge in Prozent. Rechnen Sie immer mit Beträgen netto, also ohne Mehrwertsteuer: Der Mehrwertsteuersatz auf Speisen und Getränke unterscheidet sich von Land zu Land, und die Mehrwertsteuer ist ohnehin kein Umsatz, sondern Geld, das Sie für das Finanzamt einziehen.
Ein Rechenbeispiel: Ihr Foodtruck erzielt in einem Monat 18.000 € Umsatz (netto). Ihre Kosten betragen 5.400 € für Zutaten, 4.000 € für Personal, 900 € für Kraftstoff, 700 € für Standplätze, 1.200 € für Wartung und Abschreibung des Fahrzeugs sowie 500 € für Versicherung und Sonstiges. Gesamtkosten: 12.700 €. Gewinn: 5.300 €. Gewinnmarge: (18.000 € − 12.700 €) ÷ 18.000 € × 100 = etwa 29 % brutto, und nach Abzug Ihres eigenen Lohns oder Unternehmerlohns landen Sie meist bei 8-12 % netto.
Rechnen Sie das sowohl pro Monat als auch pro Veranstaltung oder Standplatz-Tag durch. So sehen Sie direkt, welche Standorte und welche Art von Buchungen (Festival, Firmenevent, fester Standplatz) am meisten einbringen und wo sich Ihre Zeit eigentlich kaum lohnt.
Welche Faktoren beeinflussen Ihre Gewinnmarge?
Die Art der Buchung macht einen großen Unterschied. Ein fester Standplatz bietet planbaren Umsatz, aber auch feste Kosten, während Festivals und Firmenevents oft einen höheren Tagesumsatz bringen, dafür aber höhere Standplatzgebühren und mehr Fahrzeit bedeuten. Wie wir bereits in Mit dem Foodtruck auf ein Festival beschrieben haben, entscheidet der Besucherstrom an einem solchen Tag maßgeblich darüber, ob es sich lohnt.
Auch Kraftstoffpreise und die Entfernung zwischen Standorten schlagen stärker zu Buche als bei einem Objekt mit festem Standort. Genehmigungskosten unterscheiden sich zudem stark von Gemeinde zu Gemeinde.
Wie steigern Sie die Gewinnmarge Ihres Foodtrucks?
Beginnen Sie beim Einkauf: Eine begrenzte, durchdachte Speisekarte hält Ihre Zutatenkosten planbar und reduziert Verschwendung im Lager. Kalkulieren Sie jedes Gericht einzeln durch, auch Getränke und Extras, denn diese haben oft eine deutlich höhere Marge als Ihre Hauptgerichte.
Planen Sie Route und Buchungen so, dass Fahrstrecke und Stillstand zwischen Events minimal bleiben. Jeder Tag, an dem der Truck stillsteht, läuft die Abschreibung weiter, ohne dass etwas dagegensteht. Software, die Ihre Angebote, Planung und Einkauf pro Veranstaltung erfasst, wie Catermonkey, gibt Ihnen direkten Einblick, welche Buchungen sich am meisten lohnen und wo Ihre Marge verloren geht, ohne dass Sie am Monatsende im Nachhinein herausfinden müssen, was passiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Foodtruck profitabler als ein Restaurant?
Oft ja, weil Sie keine Miete für ein Objekt zahlen. Dem stehen aber andere Kosten gegenüber, wie Kraftstoff, Standplätze und Fahrzeugwartung, sodass die Marge zwar höher ist, aber nicht automatisch viel höher.
Was ist ein realistischer Tagesumsatz für einen Foodtruck?
Das unterscheidet sich stark nach Standort und Art des Tages. Ein guter Standplatz an einem belebten Werktag oder bei einem Festival kann ein Vielfaches eines ruhigen festen Standorts unter der Woche einbringen. Kalkulieren Sie pro Standort, was er im Schnitt einbringt, bevor Sie ihn dauerhaft einplanen.
Welcher Kostenposten wird bei Foodtrucks am häufigsten unterschätzt?
Wartung und Abschreibung des Fahrzeugs selbst. Diese Kosten laufen weiter, auch an Tagen, an denen Sie nicht fahren, und werden oft erst sichtbar, wenn eine größere Reparatur ansteht.
Wie oft sollte ich meine Gewinnmarge kontrollieren?
Mindestens monatlich, aber nach einer arbeitsreichen Saison oder einer Reihe von Festivals sollten Sie auch pro Veranstaltung nachrechnen. So sehen Sie schnell, welche Buchungen Ihre Marge tatsächlich verbessern und welche vor allem Zeit kosten.
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